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Forêt boréale

Der boreale Nadelwald gehört zu den großen Weltwundern der Natur. Er erstreckt sich über einen Großteil der nördlichen Hemisphäre – von Nordamerika über Asien bis hin zu Teilen Europas – und gilt als öffentlicher Grund und Boden (Staatsbesitz). Der Wald beheimatet einzigartige Pflanzen, Tiere und menschliche Kulturen, die seit mehreren tausend Jahren nebeneinander existieren. All jene von uns, die in der borealen Zone Kanadas leben und arbeiten, betrachten diese als einen wichtigen Bestandteil unserer Kultur, unserer Wirtschaft und unserer gemeinsamen Zukunft.

Das Ökosystem borealer Wälder
• Die boreale Zone Kanadas bedeckt nahezu 60 Prozent der Fläche des Landes und reicht vom Atlantik bis zum Pazifik. Mit einer Ausdehnung von 5.740.000 km² zählt der Nadelwald zu den größten und komplexesten Ökosystemen der Erde.
• Der boreale Nadelwald ist in seiner Vielfalt und Komplexität einzigartig. Das aus Seen und Feuchtgebieten bestehende Ökosystem sorgt für ein mäßiges Klima, produziert Sauerstoff und reinigt das Wasser, mit dem die Einwohner versorgt werden. Ein Großteil des weltweiten Süßwassers ist in den Seen, Flüssen und Wasserläufen des borealen Nadelwaldes zu finden. In den Bäumen, Böden, Gewässern und Torfvorkommen des Waldes werden mehr als 208 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gespeichert. Das bedeutet, dass diese Wälder entscheidend zur Regulierung des Kohlenstoffgehalts in der Atmosphäre beitragen.

Die Pflanzen- und Tierwelt des borealen Nadelwaldes
• Der boreale Nadelwald beheimatet zahlreiche Baumarten, darunter Balsam-Tannen, Weißbirken, Pappelholz, Schwarz- und Weißfichten, Strauchkiefern, Amerikanische Rotkiefern und der Abendländische Lebensbaum.
• Die Region gliedert sich in mehrere Millionen Hektar Wald und Feuchtgebiete, die den natürlichen Lebensraum von Tausenden Tier-, Vogel-, Pflanzen- und Insektenarten bilden.
• Millionen von Landvögeln, darunter Stand- und Zugvögel, sind in der borealen Zone zuhause. In den Wäldern leben unter anderem Eulen, Kolibris, Spechte, Geier, Falken, Eisvögel und Singvögel.
• Zu den größeren Säugetieren des borealen Nadelwaldes gehören das Karibu, Rehe, Elche, Wölfe und Schwarzbären.
• Daneben sind darin auch zahlreiche kleinere Säugetiere beheimatet, darunter Füchse, Luchse, Waschbären, Stachelschweine, Hasen, Biber, Hermeline, Bisams, Baummarder, Eichhörnchen und Fledermäuse.
• Die Insektenwelt der borealen Zone umfasst Käfer, Libellen, Grashüpfer, Bienen, Ameisen und spektakuläre Schmetterlinge (die man unbedingt aus nächster Nähe erleben sollte).

Lebensgrundlage ganzer Gemeinschaften: wirtschaftliche Bedeutung des borealen Nadelwaldes
• Die Forstwirtschaft ist seit Generationen ein wichtiger Bestandteil der kanadischen Wirtschaft, und der boreale Nadelwald stellt seit Jahrtausenden die Lebensgrundlage der indigenen Völker Kanadas dar.
• Es ist Kernaufgabe der Forstwirtschaft, den Wald zu erforschen und zu schützen und herauszufinden, wie man diesen als Grundlage für die natürliche, wirtschaftliche und soziale Entwicklung bewahren kann.
• Existenz und Wohlstand zahlreicher kanadischer Gemeinden hängen in hohem Maße von der Forstindustrie ab. Ihr Anteil am kanadischen BIP lag im Jahr 2012 bei 24 Milliarden Dollar, und sie sichert den Lebensunterhalt von 600.000 Menschen in Kanada.
• Wie viele andere Industrienationen auch, musste Kanada darum kämpfen, im Produktionssektor jene Arbeitsplätze zu sichern, die ein hohes Gehalt und gute Sozialleistungen bieten. Die letzten Jahre waren für die Forstwirtschaft schwierig. Trotzdem liegt der Anteil dieses Sektors am BIP des gesamten verarbeitenden Gewerbes bei 12 Prozent.
• Die Gehälter in unserer Branche liegen durchschnittlich 16 Prozent über dem Landesdurchschnitt und sichern damit den Wohlstand mehrerer hundert Dörfer, Städte und Gemeinden.
• Unsere Erzeugnisse schaffen zudem eine wichtige Verbindung zwischen den USA und Kanada, da die USA der bei weitem größte Importeur kanadischer Forstprodukte ist. Diese Erzeugnisse werden beispielsweise verwendet, um Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Druck- und Schreibpapier, Papiertaschentücher und Baustoffe herzustellen.

Der Schutz des borealen Nadelwaldes
• Aufgrund seiner immensen Größe ist der Schutz des borealen Nadelwaldes in Kanada besonders wichtig. Angesichts seiner unbezahlbaren ökologischen Vielfalt und seiner Bedeutung für die kanadischen Gemeinden untersteht die boreale Zone dem Schutz der kanadischen Regierung und der Einwohner des Landes. Für den Erhalt des Waldes machen sich auch Unternehmen wie das unsere stark, die auf die Gesundheit und das Fortbestehen des Waldes angewiesen sind.
• Brände, Insekten und Krankheiten haben zur Folge, dass jährlich 5 bis 6 Millionen Hektar des Waldes zerstört werden – und damit rund 1 Prozent der Gesamtfläche. Auf diese Weise wird fünf Mal so viel Fläche zerstört wie bei der kommerziellen Holzernte, für die 0,2 Prozent der Gesamtfläche geopfert werden.
• Um Mitglied der „Forest Products Association of Canada“ zu werden, dem wichtigsten kanadischen Forstindustrieverband, ist eine unabhängige Zertifizierung der umweltschonenden Praktiken erforderlich. Damit soll sichergestellt werden, dass alle Mitglieder die Grundsätze einer nachhaltigen Forstwirtschaft befolgen.
• Die Forstbetriebe sind nur in einem kleinen Gebiet des Nadelwaldes aktiv. Ein Großteil der borealen Zone ist für die Forstindustrie nicht zugänglich. Gemeinsam mit der Regierung hat diese sogar noch weitere Teile gesperrt, um Naturschutzgebiete und Naturparks zu errichten und den Schutz von Waldflächen zu ermöglichen.
• Im Jahr 2010 haben 21 Forstunternehmen und neun Umweltschutzorganisationen das Abkommen zum Schutz des borealen Nadelwaldes unterzeichnet (Canadian Boreal Forest Agreement – CBFA). Damit stellt es weltweit das größte Waldschutzabkommen dar, das jemals unterzeichnet wurde.
• Das Abkommen vereint Umweltschützer und Forstunternehmen im Geiste gegenseitiger Verständigung und Zusammenarbeit. Resolute bekennt sich zum CBFA und fordert vehement die Rückkehr zu dessen Grundsätzen und Visionen.

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